Neues Haus

ZUM NAMEN „NEUES HAUS”

Benannt ist die Apotheke nach dem "Neuen Haus", das ursprünglich im Jahre 1712, weit vor den Toren der Stadt, als Quarantänehaus gegen die Ausbreitung der Pest gebaut wurde. Doch glücklicherweise wurde es nicht gebraucht, da die Epidemie Hannover ver-
schonte. Das zweigeschossige Fachwerk-
gebäude wurde Sitz eines Holzwärters und reihte sich in den Ring von Gasthöfen und Ausflugslokalen ein, die zwischen Stadt und Umland an den Landwehrtürmen und Holzwartstationen lagen.

In der Biedermeierzeit gehörte das Neue Haus zu den beliebtesten "Lustorten" der Hannoveraner. Seit 1837 spielte ein Sommer-
theater dort bürgerliche Lustspiele und Rühr-
stücke auf. Bevor 1865 der Zoo seine Gehege öffnete, gab es im Garten des Neuen Hauses ein Gehege für die ersten Tiere.

Ende des 19. Jahrhunderts genügten die bescheidenen alten Ausflugslokale dem nun großstädtisch-bürgerlichen Publikum nicht mehr und wurden durch Neubauten ersetzt.
An der Stelle des ehemaligen Pesthauses entstand 1894 ein aufwendiges neubarockes Lokal mit Konzertgarten. Gleichzeitig wurde die vordere Eilenriede zum Waldpark gestaltet.

In den besonders unterhaltungsfreudigen und zerstreuungsbedürftigen zwanziger Jahren zählte das Neue Haus zu den beliebtesten Treffpunkten Hannovers. Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde es wiederhergestellt und als Gartenlokal weiterbetrieben, musste dann aber dem 1973 eingeweihten Neubau der Hochschule für Musik und Theater weichen. Die Arkaden der ehemaligen Fassade mit dem Eingangsbaldachin wurden auf dem Platz vor dem Neubau denkmalhaft wieder aufgestellt